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Grenzland-Zine/issue02/Grenzland2.tex
2023-04-23 15:03:49 +02:00

348 lines
15 KiB
TeX

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Nummer 2, April 2023
\begin{multicols}{2}
\tableofcontents
\section{Vorwärts!}
Sören erzählt, wie er zur Gruppe stieß und neue Erfahrungen mit dem
alten Konzept der Open Tables machte, und gibt uns auf diesem
Weg eine hervorragende Einleitung.
Alex und Peter erklären, worum es sich bei den Open Tables handelt.
Alex berichtet von den Exkursionen in die Steinhölle.
Peter berichet von den Abenteuern im Hügelgräberlabyrinth, erzählt
wie er dem Spiel einen saisonmäßigen touch gegeben hat, und
erklärt ein praktisches Tool, um während des Spielleitens den
Überblick zu behalten.
Olupo erzählt über seine \textit{Zisterne der Auferstehung}, und
lässt uns sogar hinter die Kulissen schauen.
\by{lkh}
\section{Altes Konzept für Neue Welten}
Von einem offenen Tisch (Open Table) hatte ich schon gehört, aber bis
zu jenem schicksalhaften Abend im Juni 2022 hatte ich noch nie direkt
damit zu tun gehabt. (Denn auch wenn ich diesem Hobby schon seit mehr
als 25 Jahren fröne, war es Mitte der 90er auf dem platten Land noch
nicht weit her mit der Anzahl der Spielenden.) Und so kam es, dass ich
mir ziemlich spontan eine Figur ausgesucht und meine erste Runde bei Alex
gespielt habe. Zuerst war ich skeptisch ob ein zusammengewürfelter Haufen
von Menschen in der Kürze der Zeit überhaupt ein zufriedenstellendes
Spielerlebnis bieten würde, aber ich wurde eines besseren belehrt.
Die Kürze der Termine (zwei Stunden) sorgte dafür, dass die volle
Konzentration aller Menschen am (virtuellen) Tisch vorhanden war. Gerade
beim Onlinespiel habe ich die Erfahrung gemacht, dass weniger oft
mehr ist. Nicht nur sind zwei Stunden viel einfacher, auch unter der
Woche, einzuplanen, sondern es ist auch weniger anstrengend mit voller
Konzentration dabei zu sein.
Durch den offenen Tisch war es auch egal wer der anderen Spielenden (und
sogar der Spielleitung) am nöchsten Termin Zeit hatte. Ausschlaggebend
war nur, dass sich genügend Menschen fanden die Bock hatten zu
spielen. Nicht wenige Termine fanden mit nur ein paar Stunden Vorlauf
für die Planung statt, was mit einer festen Gruppe von Spielenden
ziemlich sicher an anderen Terminen gescheitert wäre.
Ein dreiviertel Jahr später habe ich mit den unterschiedlichsten
Menschen gespielt und einige Ausflüge in die Steinhölle, das
Hügelgräberlabyrinth und die Zisterne der Auferstehung hinter mir und
ich bin wieder dabei wenn es zeitlich passt. Auch bin ich mir sicher,
dass das ``alte'' Konzept des offenen Tisches sich sehr gut für die ``neuen''
Welten des Onlinespiels eignet, da beider Stärken in meinen Augen sehr
gut ineinandergreifen.
\by{ff}
\section{Ein offener Tisch mit Mehrpersonenspielleitung}
Ein “offener Tisch” ist ein Organisationsform für Pen-\&-Paper-Rollenspiele.
Die Spielercharaktere befinden sich an einem “sicheren” Ort, meistens einer
zentralen Siedlung. Spielerinnen und Spieler können ihre Charaktere zu jedem
Spiel mitnehmen. Zu beachten ist nur, dass die Zeit genau gleich wie in der
Realität verstreicht: Wenn ein Charakter im Spiel eine Woche auf Reise ist,
oder sich erholen muss, dann steht der Charakter entsprechen lange nicht zur
Verfügung.
Die Spielerinnen und Spieler spielen in wechselnder Zusammensetzung. Wenn am
nächsten Termin ein Platz frei wird, kann eine andere Person mit ihrem eigenem
Charakter einspringen: die Gruppenmitglieder sind nicht fix und im Spiel
probieren wir das so zu handhaben, dass jeder Spielabend eine Expedition ist,
die wieder in einer sicheren Gegend endet, so dass es auch einigermassen
plausibel ist, wenn sich die Zusammensetzung der Gruppe ändert.
Viele der ``Montagsspiele'' auf dem Grenzland Server sind ein offener Tisch.
Ausserdem gibt es mehrere Spielleiterinnen und Spielleiter die jeweils für
eine eigene Gegend zuständig sind. Die Landkarte auf dem Cover (von \textit{frotz}
gezeichnet) zeigt die
gesamte Region dieser Kampagne. Alex leitet die Steinhölle (Stonehell) und die
Riesigen Riesen (die Region nördlich von Selina's Harbor, unserem Startdorf),
Peter leitet das Hügelgräberlabyrinth (Barrowmaze) und Frotz leitet die
Wurfmesserküste (The Flying Dagger Coast, die Region westlich von Selina's
Harbor). Alle verwenden den gleichen Pool an Spielercharakteren, das gleiche
Setting und (weitgehend) die gleichen Regeln.
Wir spielen aus Rücksicht auf Frühaufsteher und Familien normalerweise
Wochentags von 20:15 bis 22:00, deswegen muss alles recht zügig gehen. Da
bleibt wenig Zeit für Stimmungsspiel und Taschenlampenfallenlassen. Die
erfahrenen Spielerinnen und Spieler machen entsprechend etwas mehr Druck, da
sie genau wissen, dass wir nur wenig Zeit haben. Beispielsweise wird nicht
ausgespielt, wie in Selina's Harbor eingekauft wird und Spielercharaktere
machen nur selten absichtlich Dummheiten im Dungeon weil alle Früher oder
Später erfahren haben wie gefährlich so ein Dungeon ist. Nicht bis zur letzten
Sekunde zu warten um den Dungeon wieder zu verlassen gehört auch zum guten Ton,
schliesslich weiss niemand ob auf dem Weg nach draussen nicht doch noch ein
Monster auftaucht.
\textbf{Jeder ist herzlich eingeladen mitzuspielen!} Einfach dem Grenzland
Discord-Server beitreten und sich im Kanal \#montag melden!
\by{alex,~phf}
\section{Die Steinhölle (Stonehell Dungeon)}
\textbf{Referee}: Alex
\textbf{Zahlen}: siehe Beschreibung
\textbf{Beschreibung}: Alex leitet den Stonehell Dungeon von
\textit{Michael Curtis}. Das ist ein Dungeon in zwei Büchern
über 10 Ebenen, jede Ebene besteht aus 4 Quadranten und jeder
Quadrant hat etwa 40 Räume. Zudem gibt es an der Oberfläche noch
zwei Quadranten mit einer alten Torhaus, ein paar Höhlen und
kleinen Komplexen. Auf den ersten Blick sieht die Oberfläche
sehr nach den “Caves of Chaos” (aus B2: Die Festung im
Grenzland\footnote{Die Chaoshöhlen sind so manchem Grenzländer
gut bekannt. Sie waren der Ausgangspunkt für die gleichnamige
Grenzland-Kampagne, die diesem Zine, und unserem Discord-Server
den Namen gaben (Anm.\ d. Red.)}) aus. Aktueller Stand: Die
Spielerinnen und Spieler haben die beiden Quadranten der
Oberfläche und drei Quadranten der ersten Ebene betreten.
Bleiben noch 37 Quadranten zu erforschen.
Bisher hat man Orks und Banditen bedroht, verprügelt und
ausgeraubt; sich mit Ghulen angelegt; einen Bär, einen Puma und
einen Riesengecko erschlagen, einen anderen Riesengecko
regelmässig gefüttert; ist an Schlangengift und Spinnengift
gestorben oder ist erstochen worden; hat Fallen entschärft,
Diebe bezaubert, grünen Schleim gefunden, ist Stufe gestiegen,
hat einen Hobgoblin Aussenposten übernommen und gesichert…
Die aktuelle Spielerzahl ist etwas schwer zubestimmen, da die
gleichen Spielercharaktere auf für Expeditionen ins
Hügelgräberlabyrinth (Barrowmaze), an die Wurfmesserküste und in
die Riesigen Riesen verwendet werden. Die Charaktere der
inaktiven Spielerinnen und Spieler werden wieder freigegeben, so
das sicher drei Spielerinnen und Spieler aus der Liste wieder
verschwunden sind. Im Moment stehen zwanzig aktive Spielerinnen
und Spieler mit mindestens einem Charakter auf der Liste. Hierzu
muss man allerdings sagen, dass manche zwar “aktiv” sind, weil sie in
den letzten Wochen mitgespielt haben, es für einige allerdings
auch ihr erstes und einziges Mal war.
\by{alex,~phf}
\section{Das Hügelgräberlabyrinth (Barrowmaze)}
\textbf{Referee:} Peter
\textbf{Zahlen:} 30 Sessions (März 2022--April 2023),
insgesamt 16 Spieler,
3--5 Spieler regelmässig aktiv,
aktivster Spieler hat 19 Sessions,
aber 7 Spieler waren nur ein- oder zweimal dabei
\textbf{Beschreibung}: Peter leitet Barrowmaze von \textit{Greg Gillespie}.
Im Gegensatz zu den meisten Dungeons geht Barrowmaze nicht ``tiefer'' nach
unten sondern ``weiter'' nach Norden, Süden, und vor allem Osten. An der
Oberfläche sind Dutzende von Hügelgräbern und einige davon sind (mehr oder
weniger) mit den Katakomben des Barrowmaze verbunden. Ja, da hats viele
Untote. Auch Ungeziefer und Riesenfrösche und so weiter, aber eben auch
viele Untote. Und da die Regeln nach denen wir spielen keine Kleriker
vorsehen\dots{}
Peter hat das erste Barrowmaze Buch und keine der weiteren. Aber das ist
nicht wirklich ein Problem weil die Spieler bis jetzt in 30 Sessions noch
nicht einmal 20\% des Dungeons erforscht haben. Ausserdem hat Peter an
vielen Stellen neue Sachen eingebaut: Zusätzliche Gräber und mystriöse
Steine und Bäume an der Oberfläche, neue Räume und Querverbindungen in
den Katakomben, etc. Zitat Peter: ``Die Bücher sind zu teuer und einfach
nicht gut genug. Ich hab' hier schon soviele Sachen ausbessern müssen die
\textit{Greg} verpatzt hat, da nehm ich das Gerüst und mach' den Rest
lieber selbst\dots{}''
Die Spieler haben bis jetzt leider keine der organisierten Factions des
Barrowmaze gefunden. Gerüchte gibt es viele, Beweise leider nicht. Es gab
\emph{eine} Session in der \emph{ein} Spieler ein seltsames Labor entdeckt
hatte \dots{} aber in der Session darauf war das teilweise zerstörte Labor
schon nicht mehr zu finden. Fast wie in den X-Files? Und dabei ist es so
gut wie sicher dass viele der im Barrowmaze operierenden Kultisten selbst
in Selina's Harbor wohnen\dots{}
\by{phf}
\section{Die Zisterne der Auferstehung}
\textbf{Referee:} Olupo
\textbf{Zahlen:} 11 Sessions mit jeweils 150 bis 210 Minuten Spielzeit von
September 2022 bis April 2023. Die Anzahl der Spieler variiert zwischen
2 und 4 Spielern. Der Dungeon ist ausgelegt für Spielfiguren mit Stufe
2+, Stufe 1 Spielfiguren waren aber auch mit dabei.
\textbf{Beschreibung:} Olupo leitet die Zisterne der Auferstehung von
Olupo. Die grundlegende Idee des Dungeons kommt von einem europäischen
Sci-Fi Klassiker und einem Kinderbuch. Ungefähr 90\% wurden geschrieben
und gezeichnet während der Autor im Zug saß. Der Dungeon besteht bisher
aus den Ebenen 0, 1 und 2, die bisher mehr oder weniger vollständig
erkundet wurden. Es folgen aber noch weitere Ebenen die während der
zukünftigen Zugfahrent ausgearbeitet werden. Der Spielleiter stellt
die Idee das Autors, eine Jauchegrube als einen Zugang zu Ebene 2 zu
verwenden, grundsätzlich infrage. Außerdem bemängelt der Spielleiter
das teilweise Fehlen der Geldwerte bei Edelsteine und Schmuck. Doch der
Autor bleibt Stur und antwortet: ``Der Zug ist abgefahren!''
Die Abenteurer haben bisher einem falschen Prediger den garaus gemacht,
ein großes Problem mit einem Wasserbecken gelöst, einen alten
Dachsgötzen gefunden, ein Abkommen mit dem Werrattenaführer getroffen,
eine alte in der Erde vergrabene Siedlung erforscht und einen in Bernstein
gefangen Drachen gefunden. Dabei liefen sie Gefahr unter dem magischen
Einfluss des falschen Predigers zu geraten, in einem Wasserbecken
zu ertrinken, von Riesenspitzmäusen oder Raubfliegen in die Flucht
geschlagen zu werden, von Medusen versteinert, von riesigen Metallschlange
zerquetscht zu werden oder von Höllenhunde verbrannt zu werden.
Um in die nächsten Ebene zu gelangen müssen die Abenteurer nun
entweder lange die Luft anhalten um sehr tief tauchen zu können oder
durch das Loch im Baumstumpf, der zusammen mit dem Drachen im Bernstein
eingeschlossen ist. Der Anführer der Werratten ist noch bezaubert von
einer der Spielfiguren. Die Frage ist nur, wie lange noch. Er möchte
verhindern das der Zugang zum Loch im Baumstumpf geöffnet wird.
\by{olupo}
\section{Grenzland reloaded}
Die Grenzland-Kampagne ist ebenfalls eine \textit{Open Table Sandbox},
die jedoch nicht mit den ``Montagsspielen'' rund um Selinas Harbour
verknüpft ist. Im Gegensatz zu den Montagsspielen wird die
Grenzlandkampagne auch nicht nur online gespielt, sondern startete
lange vor Corona an unserem Wohnzimmertisch in Hamburg.
\textbf{Referee:} Laurens
\textbf{Regelwerk:} Ursprünglich Basic D\&D, später Original D\&D
(3LBB),
aktuell \textit{Swords \& Wizardry} in der deutschen Ausgabe.
\textbf{Zahlen:} Etwa 68 Sessions. Am Anfang haben wir nicht so
genau gezählt. In der aktuellen 6. Spielzeit, zwischen September
2022 und April 2023 gab es 18 Sessions und eine kurze
Play-by-Post-Episode. Wir spielen am Tisch meistens etwa 4 Stunden,
von 19:00 bis 23:00 und Online zwei bis drei Stunden, von 20:15 bis
etwa 22:30.
In dieser Spielzeit gab es neun Spielerinnen und Spieler, die mit am
Tisch gesessen haben, sechs davon eher regelmäßig. Zusätzlich
hatten wir drei Spieler, die an den Online-Runden teilgenommen
haben.
\textbf{Beschreibung:} Die Grenzland-Kampagne startete 2016 mit dem
namengebenden Modul \textit{B2 - Die Festung im Grenzland}. Nachdem
die Festung irgendwann in Flammen aufging, und wir entdeckten, dass
der berühmte Ort Hommlet (\textit{T1 - The Village of Hommlet}) nur
zwei Tagesreisen westlich der Festung lag, haben wir zahlreiche
Abenteuer erlebt. Goldene Drachen wurden befreit, zwergische
Punk-Bands gefeiert, Charaktere wurden in Bären und wieder zurück
verwandelt, und ein Mond aus dem Himmel geschossen.
Nach einer Pause in der wir Traveller spielten, und das alte
Grenzland unter Schneemassen und Trümmern verschwand, kehrten wir im
September 2023 auf die tropischen Inseln südlich des alten
Grenzlandes zurück. Hier wurden Geisterpiraten vernichtet und ein
UFO untersucht, und es entfaltete sich ein Kampf zwischen Chaos und
Rechtschaffenheit, der zwischen zwei Spielergruppen, dem ``Team
Chaos'', und ``den Guten von Faga Afi'' ausgetragen wurde.
Zwischenzeitig gab es einen Abstecher in das ``alte Grenzland'' und
ein Ausgrabungstrupp entdeckte, tief unter Schneemassen verschüttet,
die Ruinen von Hommlet.
Am Ende gab es auf den südlichen Inseln
eine Invasion von Schlangenmenschen, die wir mit dem \textit{Swords
\& Wizardry} Massenkampf-System ausspielten.
\input{halloween}
\input{sessionform}
\input{zisterne}
\end{multicols}
\section{Impressum}
\textbf{Autoren}:
alex -- Alex Schröder, @kensanata@tabletop.social
lkh -- Laurens Kils-Hütten, @wandererbill@tabletop.social
olupo -- Olupo, @Olupo@rollenspiel.social
phf -- Peter H. Fröhlich, @phf@tabletop.social
ff -- Sören Kohlmeyer, @fastfox@pnpde.social
frotz -- Frotz Self, @frotz@mstdn.games
\textit{Grenzland} wird editiert und
herausgegeben von Laurens Kils-Hütten,
a.k.a. Wanderer Bill
email: wandererbill@betola.de, web: https://betola.de/wandererbill
Alle Inhalte stehen unter der Creative Commons Lizenz
Namensnennung -- Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0)\\
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
Außerdem ist \textit{Grenzland} ein Open Source Projekt. Du
findest die Quelldateien unter
https://github.com/lskh/Grenzland-Zine
\newpage\thispagestyle{empty}\null
\includepdf{Backcover.pdf}
\end{document}