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Laurens Kils-Hütten
2022-09-07 22:01:19 +02:00
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@@ -186,6 +186,61 @@ abgekämpfte Gesichter. \textit{Ich nehme die erste Wache.}
Vielleicht können wir heute einmal zur Ruhe kommen ...
\section{Ein neues Ziel vor Augen}
\by{Moritz}
Es wurde wirklich Zeit, unser Schicksal wieder in die eigene Hand zu
nehmen. Zwei Jahre nur überleben, essen, trinken, Schlafplatz
suchen, Feuer machen, hungrige Wölfe und Schlimmeres fernhalten, das
ermüdet den Geist. In zerschlissenen Roben liefen wir herum, mit
Tüchern vor dem Mund gegen den Ascheregen. Wären Liskolf und ich,
Samo, nicht mit unserer Magie gewesen, wer weiß, ob wir es so lange
durchgehalten hätten. Vor allem, da wir unseren lebenden
Schutzschild Tiberius nirgendwo in den Felsspalten finden konnten,
als der Kataklysmus kam.
Überhaupt, Magie: Ich bin mir sicher, wenn aus den Trümmern dieser
Länder neue Mächte auferstehen, dann werden sie von jenen angeführt,
die die Welt mit Magie neu formen können. Mein Plan ist, bei diesem
Spiel mitzuspielen und zuallererst altes arkanes Wissen auszugraben.
Doch eines hatte ich nicht vorhergesehen: dass es so lange dauern
würde, Hommlet zu finden. Wochenlang brauchten wir, um überhaupt vom
Berg herunterzukommen. Unten sah nichts mehr aus wie zuvor. Flüsse,
Gebirgszüge, Wälder sind nicht mehr an ihrem Platz, Ortschaften
offenbar vom Erdboden verschluckt. Nicht einmal Sonne, Mond und
Sterne waren uns beim Navigieren eine große Hilfe.
Zum Glück hatte ich noch genug Gold und Silber übrig, um meine
kleine Gefolgschaft eine Weile bei Laune zu halten. Doch der
Münzbeutel wurde immer leichter und wir mussten unsere Suche immer
weiter in den Süden verlagern, weil der Winter unaufhaltsam näher
kam. Ich hatte schon beinahe aufgegeben, als wir auf eine Spur
gestoßen sind.
Vor einer Woche haben wir eine Schlucht vor uns entdeckt. Die Berge
im Süden und Norden ragen nur wenige Meter über dem Boden, das Tal
in der Mitte ist von einer dicken Schicht Staub und Geröll bedeckt,
man geht hier wie durch tiefen Sand. Doch dieser Ort weckte
Erinnerungen. Das Grenzland, der alte Grenzposten, die Straße nach
Hommlet. Wenn ich richtig liege, dann könnten sich die Ruine des
Dorfes wenige Tagesreisen westlich von hier befinden. Irgendwo dort
müssen die Schätze und Schriftrollen des Zauberers Burne vergraben
liegen.
So nah waren wir noch nie an etwas, das auch nach einem Ziel
aussieht. Nun will die Ausgrabung gut vorbereitet sein. Ich habe zu
viel gesehen, um einfach in potentiell magische Ruinen
hineinzustolpern. Wir haben uns ein Basislager gebaut, Werkzeuge und
Waffen in Schuss gebracht, Vorräte gesammelt, erste Karten
gezeichnet.
Bald ist alles bereit. Unsere erste Expedition ist nicht mehr fern
und nach langer Zeit spüre ich wieder so etwas wie echte Aufregung
und Hoffnung. Ich puste Asche und Staub von meinem Zauberbuch. Im
Schein des kargen Lagerfeuers blättere ich durch die noch leeren
Seiten. Vor meinem inneren Auge brennen sich die magischen Runen ins
Papier, die ich bald dort eintragen werde. Neue Zauber. Neue Macht.
Ein neues Ziel vor Augen, endlich.
\section{Neue Charaktere}