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Spielen als Fraktionsspieler
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Theorie
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Die Domänenverwaltung gehört zu den Spielweisen, die heute vor allem mit
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der OSR verbunden wird. Im Rahmen des Baroniespiels prägte sie aber auch
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das frühe DSA und dessen lebendiges Aventurien. Beim Spiel mit Fraktionsspielern
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übernehmen die Fraktionsspieler einzelnen Organisationen oder Fraktionen
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innerhalb der Welt, ohne Teil der eigentlichen Abenteuergruppe zu sein
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(sie spielen also keine Einzelfiguren, die auf Abenteuer ausziehen).
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Damit zeigt es auch gleich die Vorteile dieser Art von Spiel: Der SL ist
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nicht mehr für die gesamte Welt verantwortlich, sondern überträgt einen
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Teil der Verwaltung an Co-SL. Gerade beim Spiel in einer offenen Welt,
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bei denen die Spielfiguren auch politisch Einfluss nehmen, entlastet das
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den SL enorm. Fraktionsspieler können Schätze, Belohnungen und Aufträge in die
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Welt einspeisen, die sich nicht einer gefühlten Geschichte oder Balance,
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sondern den Interessen ihrer Organisation unterordnen.
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Dazu kommt: Die Fraktionsspieler können ihre Fähigkeiten wesentlich skrupelloser
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gegen die Gruppe einsetzen als ein SL, weil sie nicht Richter und Henker
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in einer Person sind, sondern sich ihrerseits wieder den Entscheidungen
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des SL beugen müssen.
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Allerdings stellt das Spiel mit Fraktionsspielern auch neue Anforderungen an den
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SL. Für die Fraktionsspieler sind politische Zusammenhänge wichtig, die
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Abenteurern egal sein können. Sie brauchen daher andere Informationen.
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Der SL muss zudem bereit sein, auf Kontrolle zu verzichten und den
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Fraktionsspielern Macht und Kompetenzen übertragen.
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Praxis
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Ich spiele derzeit in einer Kampagne, in der es drei Interessengruppen
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gibt: eine auswärtige imperiale Macht, eine einheimische Hegemonialmacht
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und mehrere (untereinander zerstrittene) einheimische Kleinstaaten. Ich
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spiele einen der Kleinstaaten.
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Ein erstes großes Problem bestand darin, die Machtverteilung zu
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verstehen. Wie stark sind die Kleinstaaten im Verhältnis untereinander?
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Wie stark ist die Hegemonialmacht im Vergleich zu den Kleinstaaten?
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Welche Machtmittel stehen der Hegemonialmacht zur Verfügung? Das Gleiche
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zu den Expeditionstruppen der imperialen Macht.
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Dieses Problem wurde dann sehr einfach gelöst: Der SL fügte den
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Zufallsbegegnungen deren Fraktionszugehörigkeit hinzu und legte die
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Kosten für deren Beeinflussung offen. So war es nun möglich, nicht nur
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militärisch, sondern auch wirtschaftlich gegen die anderen Gruppe zu
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handeln (sprich: bei Einsatz von Plünderern konnten die Plünderer mit
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Tributzahlungen beschwichtigt anstatt bekämpft werden).
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Das zweite große Problem war, dass der SL die Situation nur statisch
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vorgestellt hat. Es gab keine Nachrichten über neue Aktionen, wenn die
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Fraktionsspieler sie nicht aktiv angefordert oder verteilt haben. So konnte
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einer der Kleinstaaten einen anderen (ohne eigenen Fraktionsspieler) fast
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komplett zerstören, ohne dass die Nachbarn es mitgekriegt haben. Das
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verhinderte natürlich jegliche Interaktion. Ich würde mir hier
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regelmäßige Statusmitteilungen wünschen, damit wenigstens einmal pro
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Runde (z.B. Monat oder Saison, je nach Geschwindigkeit des Spiels) die
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wichtigsten Veränderungen allen Fraktionsspielern mitgeteilt werden. So können
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die einzelnen Fraktionsspieler viel besser entscheiden, zu welchen Themen sie
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über Spionage oder Botschaften vertiefte Informationen wünschen.
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Einige Zeit lang gab es nur einen Fraktionsspieler, der zudem noch eine bisher
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eher isolierten Gruppe übernommen hat. Dadurch hatte der SL zunächst
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mehr Arbeit anstatt weniger, weil er quasi zwei unabhängige Spiele
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gleichzeitig leiten musste, ohne die Änderungen des einen sinnvoll in
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das andere integrieren zu können. Es wäre aus SL-Sicht daher sehr
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sinnvoll, potenziellen Fraktionsspielern gezielt spielnahe Fraktionen
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vorzustellen – die Verknüpfung machte allen Beteiligten (Spielern, SL
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und Fraktionsspielern) mehr Spaß.
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Fazit
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Die theoretischen Vorteile des Spiels mit Fraktionsspielern lassen sich in der
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Praxis nur begrenzt erreichen. Gerade zu Beginn erfordern die Fraktionsspieler
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massive Unterstützung durch den SL, um sich zu orientieren. Wenn sie
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dann noch eine Fraktion übernehmen, die gerade nicht spielrelevant ist,
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bedeutet das für den SL über mehrere Monate mehr Arbeit und für den
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Fraktionsspieler das Gefühl, als fünftes Rad am Wagen mitzulaufen.
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Der Einstieg in das Spiel mit Fraktionsspielern ist für den SL wie der Start
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einer komplett neuen Kampagne und erfordert entsprechende Struktur. Wenn
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man diese Struktur einmal aufgebaut hat, gibt sie aber tatsächlich
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wichtige Anstöße für das Spiel in einer offenen Welt.
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.Au belchion
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